Zu Besuch beim ersten Bundeskanzler
Am 15. Januar vor 150 Jahren kam in Köln ein Junge zur Welt, der später die Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik prägte – Konrad Adenauer! Das Jubiläumsjahr nahm der CDU-Kreisverband Darmstadt-Dieburg zum Anlass das Adenauerhaus in Rhöndorf in einem Tagesausflug zu besuchen.
Das Haus, in dem der Altkanzler bis zu seinem Tod am 19. April 1967 lebte, ist in einen Weinberg gebaut und dementsprechend nur über eine terrassenförmige Treppe zu erreichen. Am Fuße dieser Treppe steht heute das Konrad-Adenauer-Haus genannte Dokumentationszentrum. In drei Gruppen durchliefen die 46 CDU-Mitglieder die Ausstellung.
Sie erzählte eindrucksvoll, unterstützt von gut vorbereiteten Führern, die Lebensgeschichte Adenauers. Seine ersten politischen Schritte als Mitglied der katholischen Zentrumspartei waren bereits im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Von der Zeit als Oberbürgermeister in Köln, über die Absetzung und Inhaftierung durch die Nazis bis zu seiner Wahl zum ersten Bundeskanzler, wurde alles durch Bilder und Erklärungen lebendig. Auch die persönlichen Schicksalsschläge, wie den Tod seiner beiden Ehefrauen, waren Teil der Führungen. Der letzte Teil war der Deutsch-Französischen Aussöhnung und der Westbindung resp. das europäische Einigungswerk, die Adenauer und der französische Präsident Charles De Gaulle vorantrieben, gewidmet. Auch die moralische Verantwortung für die NS-Verbrechen und die Wiedergutmachung mit Israel und den Juden war ihm ein besonderes Anliegen.
Wer gut zu Fuß war, konnte jetzt den Weg in das Wohnhaus Adenauers antreten. Bocciabahn im Garten, Rosengarten und das Arbeitszimmer des „Alten von Rhöndorf“ wie Adenauer oft genannt wurde, entschädigten für den Aufstieg.
Nicht nur die Politik hatte der Mitgliederbeauftragte des CDU-Kreisverbandes Jürgen Kreisel bei der Planung des Ausflugs im Auge. So führte er seine Gruppe zum Rhöndorfer Ziepchenplatz, auf dem ein kleines aber sehr gemütliches Weinfest stattfand.